Sommer im Elsass

Eine Woche voller Genuss, Natur und Entdeckungen – unser Kurzurlaub im Elsass war abwechslungsreich, heiß und einfach wunderschön. Zwischen charmanten Dörfern, schattigen Wäldern und kulinarischen Highlights haben wir jeden Tag aufs Neue genossen. Und darüber werde ich euch hier berichten!

Sonntag, der 3. August:
Im Regen Richtung Frankreich
Roadee ist schnell mit unseren Reisetaschen bepackt, pünktlich um 10 Uhr fängt es zu regnen an – und wir starten in unsere Woche Urlaub.
Erst über die Autobahn, später dann Richtung Freiburg über die Landstraße führt uns der Weg an einer kleinen Stelle über die Grenze nach Frankreich.
Kurz nach 15 Uhr kommen wir an und checken in unser ruhiges und gemütliches Hotel in Guebwiller ein. Ich schaue mich noch etwas im Garten des Hotels um, fotografiere die niedlichen Enten-Babys und einige andere neugierige und gar nicht scheue Enten. Am Abend gehen wir nebenan in der Pizzeria Flammkuchen und Wein zur Einstimmung auf den Urlaub genießen.

Montag, der 4. August:
Ruinenromantik und Gipfelglück

Der Tag startet gemütlich mit Frühstück und Wolken, aber wir lassen uns nicht bremsen und wandern zur Ruine oberhalb unseres Hotels. Der Weg dorthin ist ein kleines Abenteuer – nicht alle Pfade existieren wirklich, aber wir finden unseren Weg und genießen die Aussicht. Dann machen wir noch eine längere Wanderung wieder zurück durch den Wald, es ist total still und niemand ist hier unterwegs.

Nachmittags zieht es uns zum „Grand Ballon“, dem höchsten Punkt der Vogesen. Letztes Jahr waren wir hier schon einmal auf unserem Heimweg vom Bretagne-Urlaub – da war hier alles grau und kalt und keinerlei Aussicht.  Heute dagegen: Panorama deluxe! Wir wandern den traumhaften Panoramaweg, fotografieren was das Zeug hält und stehen sogar ganz oben auf 1.478 m. Windig, aber beeindruckend! Der Weg ist recht gut zu wandern, nicht sehr steil, aber an ein paar Stellen sollte man schon aufpassen, wo man langgeht, denn es gibt immer wieder steinige Abschnitte.

Zurück am Parkplatz wird noch lecker eingekauft – Marmelade und Honig.  Auf dem Heimweg holen wir noch Lebensmittel für unser Picknick auf dem Balkon, bestaunen den tollen Sonnenuntergang.

Dienstag, der 5. August:
Mini-Wasserfall, Wildnis und ein bisschen Stadt

Ein fauler Start in den Tag – das Bett ist einfach zu bequem. Nach einem gemütlichen Frühstück entscheiden wir uns spontan für einen kleinen Ausflug zum Bubalafels-Wasserfall. Wir fahren auf direktem Weg, verlieren wegen einer Baustelle etwas Zeit. Vor Ort ergattern wir einen Parkplatz und machen uns mit Kamera und Stativ auf den Weg. Der Wasserfall ist zwar eher Miniaturformat, aber hübsch.
Die anschließende Wanderung wird zur Wildnis-Challenge: Wege, die keine sind, mannshohe Pflanzen und ein Höhenprofil, das uns fast zum Fluchen bringt. Fotos? Fehlanzeige – wir waren mit „nicht abstürzen“ beschäftigt.

Zurück am Auto gibt’s Eiskaffee und Kuchen, bevor uns der Regen endgültig ins Hotel treibt. Auf dem Heimweg wird das Wetter aber wieder besser und so halten wir spontan in Soultz-Haut-Rhin. Dort entdecken wir eine charmante Fotoausstellung und ein paar schöne Stadtecken – inklusive alter Türen und einigen Katzen.

Abends geht’s nochmal nach Guebwiller, wo wir ein bisschen die Fußgängerzone erkunden und in einem Park mit riesigen Bäumen landen. Trotz Wetterkapriolen: ein Tag voller kleiner Entdeckungen.

Mittwoch, der 6. August:
Die „Drei-Seen“-Wanderung

Der Tag beginnt mal wieder mit einem kleinen Kampf gegen die Bettdecke – aber irgendwann siegt die Wanderlust. Wir starten zur „Drei-Seen-Tour“ nördlich von Munster, die mit knapp 14 km und ordentlich Höhenmetern nicht ganz ohne ist. Nach kurzem Parkplatz-Chaos finden wir einen perfekten Spot direkt an einem „Quer-Einstieg“ – Wanderschuhe an, Wanderstöcke vorbereitet und los geht’s!

Erster Stopp: Lac Blanc. Schon hier wird klar, dass die Tour landschaftlich ein Volltreffer ist. Über Wurzeln, Felsen und moorige Pfade geht’s weiter aufs Plateau – mit leicht bewölktem Himmel, flachen Kiefern und grandiosen Ausblicken. Hier merke ich mal wieder die fehlende Kondition… naja. Aber der Ehrgeiz siegt.

Nach steilem Abstieg erreichen wir den Lac des Truites, und machen eine kurze Pause.  Dann geht’s wieder bergauf, erst durch einen Wald, dann auf einen traumhaften Höhenweg!

Am Lac Noir wird’s dann etwas unspektakulärer, aber wir sind eh schon ziemlich platt. Gegen halb sechs erreichen wir Roadee, fix und fertig, aber glücklich. Auf dem Heimweg kaufen wir noch für unser Picknick auf dem Balkon ein.

Morgen ist unser Hochzeitstag – und wir gönnen uns was im Hotelrestaurant. Einfach rübergehen, ohne Parkplatzsuche – klingt nach einem guten Plan!

Donnerstag, der 7. August:
Hochzeitstag mit Klosterblick und Burgpanorama

16 Jahre verheiratet – wie die Zeit vergeht! Wir haben ein traumhaftes Wetter und sind gespannt, was wir heute so alles erleben werden.
Nach dem Frühstück schauen wir kurz an unseren Weiher, dort ist die kleine Entenfamilie mit ihren neu Küken unterwegs. Leider habe ich da nur mein Handy dabei und da wir nichts zu Fressen anbieten können, sind sie schnell wieder in die andere Richtung verschwunden.

Danach geht’s zum nahegelegenen Kloster, das mit seiner schmalen, aber imposanten Kirche überrascht. Der Innenraum ist sehr hoch, aber klein, durch die Fenster kommt viel Licht in den Raum.  Ein kurzer Spaziergang nach oben zur Kapelle bringt uns einen tollen Blick aufs Ensemble – eingebettet ins satte Grün, einfach schön.

Nachmittags steht Kaysersberg auf dem Plan – und das entpuppt sich als echtes Highlight. Die Altstadt ist ein Traum aus Fachwerk, Schwalben und kleinen Details. Wir schlendern durch Gassen, genießen kühle Kirchenluft, beobachten Glasbläser bei der Arbeit und gönnen uns ein Softeis.
Trotz Hitze wollen wir natürlich hoch zur Burg. Den Turm erklimmen wir über die schmale Wendeltreppe, oben gibt’s Wind und Weitblick satt.

Bald geht es zurück zum Parkplatz, wir haben noch ein Stück zum Fahren und wollen uns für den Abend noch „herausputzen“.

Zur Feier des Tages lassen wir es uns gut gehen: Los geht es mit einem Cremont, Fisch und feinem Wein. Der Nachtisch ist auch sehr lecker. Alles ist schön angerichtet, wir genießen den Abend und gehen dann einfach die paar Meter in unser Hotel.

Freitag, der 8. August:
Fachwerk, Flammkuchen und Festungsmauern

Endlich Sommer pur: strahlend blauer Himmel und Temperaturen jenseits der 30 Grad. Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir Richtung Eguisheim – mit einem kleinen Abstecher nach Rouffach. Die riesige Kirche dort überrascht nicht nur mit ihrer Größe, sondern auch mit Live-Klaviermusik. Ein kurzer Spaziergang durch den Ort, dann geht’s weiter.

Eguisheim ist ein echtes Postkartenstädtchen: verwinkelte Gassen, bunte Fenster, alte Türen – Fotomotive ohne Ende. Nach einem leckeren Flammkuchen und einem Glas Wein unter dem Sonnenschirm machen  wir noch einen Abstecher zur Vinothek. Drei Weine probiert, fünf Flaschen gekauft – läuft!

Weiter geht’s zur Storchenauffangstation (kleiner als gedacht), dann zu den drei Türmen oberhalb von Colmar. Die Aussicht ist klasse, aber die Hitze treibt uns bald weiter. Schloss Hohlandsbourg steht noch auf dem Plan – und weil wir nach 17 Uhr ankommen, sparen wir sogar beim Eintritt. Die Burgmauer lässt sich komplett umrunden, der Blick ins Tal ist fantastisch.

Zum Abschluss gibt’s wieder Picknick mit Wein und Baguette – diesmal an einem hübschen Platz nahe einer wenig befahrenen Straße und schön schattig im Wald gelegen. 

Samstag, der 9. August:
Schwitzen beim Wandern

Letzter Urlaubstag – und nochmal Sonne satt. Nach dem Frühstück  geht’s zum Wildensteiner See. Hier soll es einen Wasserfall geben. Wir bekommen einen Parkplatz in der prallen Sonne und starten.  Nach einigen Metern erreichen wir den Wasserfall, der entpuppt sich allerdings als Badestelle mit Picknickflair – also weiter in den Wald.

Die Wanderung ist schweißtreibend: 35 Grad, kaum Wind, aber immerhin viel Schatten. Die Wege sind moderat, die Aussicht schön – nur mein Kreislauf macht irgendwann schlapp. Nach zwei Kühlungsversuchen in den kleinen Wasserläufen und einem langen Ziehweg erreichen wir das Ende des Stausees. Kurz darauf queren wir den See über eine Kiesbank, sind gegen 15 Uhr wieder bei Roadee. 

Ich finde  einen netten Picknickplatz, wo wir uns Flan und Eiskaffee gönnen. Auf dem Rückweg kommen wir an einem Weinberg vorbei, dort werden noch ein paar Weinstöcke fotografiert,– und dann geht es zurück ins Hotel. Abends gönnen wir uns Pizza und Riesling beim Italiener gegenüber.

Sonntag, der 10. August:
Es geht nach Hause
Leider müssen wir heute schon wieder unsere Taschen packen. Noch ein gemütliches Frühstück, ich kann einen Graureiher auf dem Weiher vorm Hotel fotografieren, dann geht es los.

Da auf den Autobahnen viel los ist, beschließen wir, gemütlich über die Landstraßen bis Ulm nach Hause zu fahren.

Einen Zwischenstopp gibt es an der „Donauversickerung“, ein sehr spannendes Phänomen – denn wer ist schon mal in einem Flußbett spazieren gegangen, an dem ein Fluß in der Tiefe des Gesteins verschwindet?

Wir bleiben ein weiteres Mal an einer Seenlandschaft zu einer kurzen Pause mit Keksen und Apfel stehen. Auf der weiteren Strecke ist kaum Verkehr, wir kommen sehr gut durch und sind um 17 Uhr wieder zu Hause.

Hotelansichten
Zum Schluss möchte ich euch noch ein paar Fotos von unserer Hotelanlage, der „Domaine du Lac“, zeigen. Wir waren im „Haus in der Mitte“, vor unserem Balkon der kleine See. Rechts ein weiteres kleines Hotel, wo wir am Hochzeitstag lecker zu Abend gegessen hatten. Auf der linken Seite war die Pizzeria, wo wir zwei Mal lecker gegessen haben und die Abende bei angenehmen Temperaturen draußen verbringen konnten.

Ein Fazit:
Bereits Anfang Oktober 2024 waren wir auf der Heimfahrt vom Bretagne-Urlaub kurz in den Vogesen – den Reisebericht dazu verlinke ich euch hier, denn gerade die Wanderung am „Grand Ballon“ haben wir damals ganz anders erlebt.
Auch dieses Mal hat uns die Region begeistert: Charmante Fachwerkstädte mit liebevollen Details, abwechslungsreiche Wanderungen durch beeindruckende Landschaften und natürlich leckeres Essen und guter Wein.
Manche Touren waren durchaus fordernd, aber die Ausblicke und Stimmungen unterwegs haben das mehr als ausgeglichen.
Ob wir wiederkommen würden? Ganz klar: Ja – denn das Elsass hat noch viele Ecken, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach obenWordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner