Herbst in der Bretagne – Woche zwei

Nach einer längeren Pause geht es endlich weiter mit unserem Reisebericht aus der Bretagne und der Woche zwei. Das Wetter wurde kurz mal schlechter, wir übernachten weiter auf Campingplätzen, sehen viele Leuchttürme und feiern den Geburtstag von Markus – allerdings nicht wie geplant.
Sonntag, der 22. September:
Wechselhaftes Wetter
Obwohl der Tag mit Regen begann, ließen wir uns die Laune nicht verderben. Nach einem Frühstück im Bus fuhren wir zur Halbinsel bei Ploumanach – bekannt für ihre Vogelwelt. Über einige Felsen und durch Kiefernwald führte uns der Weg zu einem kleinen Strand, durch das nette Dorf und dann ein Stück weiter zu einem Parkplatz am Rande der Insel Renote.
Unser Hauptziel hier war eine vorgelagerte „Insel“, die nur bei Ebbe erreichbar ist. Bewaffnet mit Teleobjektiv, Stativ, Filtern und den Kameras machten wir Aufnahmen von einem Silberreiher (den hat Markus in vielen Bildern sehr schön abgelichtet) und entdeckten Austernfischer.
Der Nachteil, dass wieder mal Ebbe war: für die Langzeitbelichtungen ergaben sich da kaum Motive.
Etwas später ließ sich sogar die Sonne blicken und tauchte die markanten Felsen in warmes Licht. Wir fanden viele schöne Motive, umrundeten die Insel und gönnten uns anschließend süßes Gebäck und Kaffee am Hafen.
Am späten Nachmittag suchten wir den perfekten Ort für Langzeitbelichtungen am Leuchtturm. Trotz der Parkgebühren war der kurze Weg über die Felsen die Mühe wert – besonders als die Sonne kurz durch die Wolken brach und die Kulisse perfekt machte.
Zum Abschluss des Tages ließen wir uns im Dorf noch ein Abendessen schmecken: Für mich gab es leckere Muscheln, und Markus freute sich über eine wirklich gute Pizza. Zurück am Campingplatz schrieb ich endlich die gesammelten Erlebnisse der letzten Tage ins Tagebuch.
Montag, der 23. September:
Roscoff
Heute mussten wir den schönen Campingplatz an der rosa Granitküste verlassen, fuhren weiter Richtung Westen. Es fing wieder zu regnen an, als wir im Küstendorf Roscoff ankamen. Wir schauten uns kurz die nette Kapelle auf einem Hügel an, hielten dann in der Nähe der Altstadt. Da man hier für eine halbe Stunde kostenlos parken konnte und es gerade nicht regnete, schauten wir kurz in die Altstadt und holten uns auch süße Teilchen für die spätere Kaffeepause. Leider sieht man den Fotos an, dass das Wetter nicht so gut war, weshalb die Auswahl von diesem Tag ziemlich klein ist.
Wir fuhren heute nicht sehr weit, fanden einen Stellplatz auf einem Campground an der Küste.
Als es wieder kurz zu regnen aufhörte, gingen wir hier noch etwas am Strand spazieren – ihr ahnt es sicher – bei Ebbe. Bald wurde es uns aber zu kalt und wir machten uns auf den Rückweg.
Auf diesem Campground gab es immerhin einen Gemeinschaftsbereich mit Gasherd, so kochten wir uns Spaghetti zum Abendessen.
Dienstag, der 24. September:
Der westlichste Punkt von Frankreich
Wir entschieden uns, die Reise fortzusetzen, um auch bei schlechtem Wetter etwas Neues zu sehen. Nach einem kurzen Stopp am Strand (dort entstanden einige Makrofotos von Schnecken und Spinnen) ging es entlang der Küste. Unser erster Halt war das charmante Museumsdorf Meneham. Anschließend fuhren wir zum imposanten Leuchtturm Vierge, der sich trotz grauer Wolken beeindruckend auf einem Inselchen vor der Küste zeigte.
Mit Sonnenschein erreichten wir den westlichsten Punkt Kontinentalfrankreichs, dem Pointe de Corsen, wo wir Fotos am berühmten Schild machten. Am Strand sammelte ich noch eine Handvoll Sand als besonderes Souvenir. Da der geplante Stellplatz geschlossen war (wie leider sehr viele Campgrounds zu dieser Jahreszeit), mussten wir online mit der App weitersuchen. Und bald fand ich einen ruhigen Campingplatz ganz in der Nähe
Da es noch recht früh war, besuchten wir einen weiteren Leuchtturm neben einer alten Kathedralenruine, die sich als perfektes Fotomotiv erwies. Der Versuch, die Drohne für Küstenaufnahmen zu nutzen, endete beinahe im Drama, als plötzlich das Signal abriss. Glücklicherweise kehrte sie selbstständig zurück – ein echter Adrenalinkick!
Den Tag beschlossen wir am Leuchtturm Kermorvan, wo ich bei tollen Lichtverhältnissen Langzeitaufnahmen machen konnte. Es wurde langsam dunkel und so machten wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz
Mittwoch, der 25. September:
Der Regentag…
Markus ging es gestern schon schlecht, heute wurde es noch schlimmer. Und da es immer wieder heftig regnete, blieben wir den ganzen Tag am Campground – und auch im Camper, denn es gab hier leider keinen „Gemeinschaftsbereich“. Ich sichtete endlich mal Bilder und fing mit dem Blog der ersten Woche an.
Markus schlief einige Zeit oben im Dach. Wir gingen nur ganz kurz in einer Regenpause ein paar Meter, um unseren Müll zu entsorgen.
Abends gab es eine einfache Nudelsuppe, die wir im Camper aßen. Während Markus sich wieder hinlegte, arbeitete ich noch längere Zeit am Laptop.
Donnerstag, der 26. September:
Auf zum Hotel
Markus geht es leider nicht viel besser, aber wir müssen weiter – unser nächstes Ziel und damit drei Nächte in einem Hotel warten auf uns!
Die Nacht war stürmisch und unruhig im Bus – heftiger Regen und starke Winde ließen kaum Schlaf zu. Umso mehr freuten wir uns auf die kommenden Hotelnächte!
Am Morgen beeilten wir uns, den Campingplatz zu verlassen, da ein großes Event bevorstand und in Kürze die Abfahrt nicht mehr möglich gewesen wäre.
Erster Halt des Tages war der Phare de Petit Minou. Der Wind tobte, aber die Sonne kam heraus, und die wilden Wellen boten eine fantastische Kulisse für Fotos. Am Leuchtturm fanden wir einen toll getarnten Cache, und wir schauten uns eine Outdoor-Ausstellung zur Antarktis im nahegelegenen Fort an.
Weiter ging es über Brest, wo wir eine tolle Brücke fotografierten, und durch das malerische Crozon-Gebiet. Wir machten einige Fotostopps an Brücken und Stränden, bevor wir das mittelalterliche Dorf Locronan erreichten. Die wunderschöne Altstadt, historische Häuser und eine tolle Kirche boten großartige Fotomotive, auch wenn der Wind das Licht ständig änderte. Im Gewürzeladen und in einigen Souvenirshops schauten wir uns auch etwas um.
Am frühen Abend kamen wir im Hotel in Audierne an – mit herrlichem Meerblick! Trotz des Windes ging ich noch zum Strand, zog meine Schuhe aus, spazierte durchs Wasser und fotografierte die Umgebung. Für das Frühstück am nächsten Morgen organisierte ich noch zwei Gläser Champagner – stilecht für die Bretagne und wichtig für den morgigen ganz besonderen Tag




